CZ 10/2001, S.2 STUDIE Die IT-Gehälter legen in diesem Jahr noch einmal ordentlich zu Vaihingen (si) - Wegen des anhaltenden Personalmangels werden die Gehälter in der IT-Branche im Jahr 2001 in Einzelfällen um bis zu 20 Prozent steigen. Das ist das Ergebnis einer Vergütungsstudie der Unternehmensberatung Interconsult. Durchschnittlich wachsen die Gehälter in der IT-Branche laut Interconsult um 4,8 Prozent. Für die Studie haben die Marktforscher bei 138 Unternehmen 14 676 Positionen analysiert. Neu aufgenommen sind der Datenschutzbeauftragte, der zwischen 85 000 und 122 000 Mark im Jahr verdient, und der Internet- Projektleiter, der zwischen 89 000 und 127 000 Mark einstreicht. Besonders hat der Leiter des Netzwerkmanagements zugelegt. Um die hohe Fluktuation in der Branche abzufangen und Mitarbeiter dauerhaft an das Unternehmen zu binden, werden Aktienoptionsprogramme besonders für Führungskräfte immer beliebter. Die Optionen können von den Beschäftigten in der Regel innerhalb von drei bis fünf Jahren eingelöst werden. "Insbesondere bei Unternehmen, die an die Börse gehen wollen, ist dieser Teil der Vergütung Standard", stellt Dietrich Alfred Graf von Reischach, Geschäftsführer von Interconsult, fest. Neben den Optionsprogrammen werden parallel Aktienkaufprogramme für alle Mitarbeiter des Unternehmens angeboten. Sozialleistungen werden überprüft Nachdem in den vergangenen Jahren freiwillige Sozialleistungen in der IT- Branche zum Beispiel an Weihnachten selbstverständlich geworden sind, stellt Reischach einen Bewusstseinswandel in den Chefetagen fest: "Freiwillige Sozialleistungen werden nicht mehr nach dem Gießkannenprinzip im Unternehmen verteilt." Vielmehr überlegten sich viele Manager, ob sie diesen Bereich in die erfolgsabhängige Vergütung integrieren könnten. Um den Nachwuchsmangel auszugleichen, würden einige Unternehmen dazu übergehen, Teilbereiche wie die DV-Abteilung auszulagern. "Was als Notlösung begonnen hat, entwickelt sich als für beide Seiten profitabel", so Reischach. Deshalb erwartet er eine wachsende Auslagerungsbereitschaft. Diese Tendenz werde keine Auswirkungen auf die Gehälter haben. "In den kommenden 24 Monaten erwarte ich weiterhin eine Zunahme."